Das Dunkle im Wald. . . "Das dunkle Herz des Waldes" von Naomi Novik

"Dann wanderte sein verblüffter Blick zu mir, und zum ersten Mal sah ich ihn verunsichert, als ob er unvorbereitet in etwas hineingestolpert wäre. Seine langen schmalen Hände legten sich um meine und gemeinsam hielten wir die Rose geborgen. Magie sang in mir und durchdrang mich. Ich spürte das Murmeln der Macht des Drachen wie einen Gegengesang desselben Liedes."

 

Autor: Naomi  Novik

Verlag: CBJ (21.november2017)

Seitenzahl: 574

Preis: 17,99 €

DAS DUNKLE HERZ DES WALDES

 

Zum einen haben Titel und Cover mich zu der Entscheidung gebracht, es näher zu betrachten und als ich dann den Klappentext durchgelesen habe, war ich komplett verzaubert. Ein Märchen, wie wundervoll es als solches zu bezeichnen, trifft auf Spannung, Abenteuer und Fantasy.

 

 

Agnieszka liebt das Tal, in dem sie lebt: das beschauliche Dorf und den silbern glänzenden Fluss. Doch jenseits des Flusses liegt der dunkle Wald, ein Hort böser Macht, der seine Schatten auf das Dorf wirft. Einzig der »Drache«, ein Zauberer, kann diese Macht unter Kontrolle halten. Allerdings fordert er einen hohen Preis für seine Hilfe: Alle zehn Jahre wird ein junges Mädchen ausgewählt, das ihm bis zur nächsten Wahl dienen muss – ein Schicksal, das beinahe so schrecklich scheint wie dem bösen Wald zum Opfer zu fallen. Der Zeitpunkt der Wahl naht und alle wissen, wen der Drache aussuchen wird: Agnieszkas beste Freundin Kasia, die schön ist, anmutig, tapfer – alles, was Agnieszka nicht ist. Niemand kann ihre Freundin retten. Doch die Angst um Kasia ist unbegründet. Denn als der Drache kommt, wählt er nicht Kasia, sondern Agnieszka.

 

Viel sagt der Klappentext nicht über die Handlung aus, deshalb scheinen wohl einige enttäuscht zu sein (da es nicht ganz einem Märchen gleicht?!) Viele schreiben, dass die Spannung nicht auftaucht. Aber wie ich finde, schon!!

Anfangs ist da die schöne Geschichte und alle warten nur darauf, dass der Drache sich seine Beute holt. Doch nach und nach erfahren wir die Hintergründe, womit der Drache sich eigentlich beschäftigt und warum er junge Frauen aus einem der beschaulichen Dörfern entführt. Zu einem macht es ihn sympathisch, zum anderen ist er arrogant und liebt das Schöne. Agnieszka scheint das komplette Gegenteil von Schön zu sein. Deshalb geraten die beide ständig aneinander und sie raubt ihm den letzten Nerv. Viele von euch müssen die Geschichten der Baba Jaga kennen, Agnieszka wurde in meinen Augen als die junge Baba Jaga wider geboren. Sie ist klein, schmuddelig und ungehorsam. Als es dann ans Eingemachte geht und sie endlich zum ersten Mal in den Dunklen Wald gehen, baut die Spannung ab, weil wir hier Gefahren, Verwirrung und Herzklopfen erwarten. Leider hat an der Szene im Wald etwas gefehlt. (Doch gibt nicht auf, wir sind gerade erst bei der Hälfte, und es wird wieder besser. . .) Das Dunkle lebt nicht nur im Wald. Es sprießt und verteilt sich wie Unkraut auf einer verlassenen Blumenwiese. Eine Schlacht beginnt und der Turm scheint einzustürzen. Erst am Ende erfahren wir eine wunderschöne Geschichte und die Hintergründe, die mich traurig stimmten und ich den Wald und ihre Angehörigen bemitleidete.

 

Fazit: Eine sehr schöne Geschichte, ein wunderbares Märchen, ein atemberaubendes Abenteuer.


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